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29.05.11
Jahresempfang der SPD Neunkirchen mit Dr. Matthias Schreiber --- Thema: “Johannes Rau: Christ und Politiker was bleibt?“

“Johannes Rau: Christ und Politiker was bleibt?“

Selten hat man den Neunkirchener Ratssaal so voll erlebt, wie zum diesjährigen Jahresempfang der SPD Gemeindeverband Neunkirchen. Neben zahlreiche Besucher aus den kommunalen Verwaltungen, Wirtschaft und Politik konnte Hans-Dieter Moritz als Vorsitzender des SPD-Gemeindeverbandes Neunkirchen zahlreiche interessierte Bürger begrüßen. Besonderes Interesse hat das Thema und der Referenten in den Kirchenkreisen hervorgerufen.

Dr. Matthias Schreiber, 1963 in Kreuztal-Fellinghausen geboren, studierter Theologe und Politikwissenschaftler, konnte aus erster Hand zum Thema seiner Rede “Johannes Rau: Christ und Politiker was bleibt?“ referieren. Lange Jahre war er Wegbegleiter und Berater in Kirchen- und Religionsfragen des Ministerpräsidenten von NRW und Bundespräsidenten, der vielfach auch als „Bruder Johannes“ betitelt wurde.

Schreiber vermittelte einen Überblick über das Leben und Schaffen des Politiker und bekennenden Christen, der ursprünglich – einer Familientradition folgend - den Beruf des Verlagsbuchhändlers erlernte, ausgeübte und es bis zum Direktor eines kleinen Verlages brachte.

Sein politisches Wirken startete Rau mit dem Eintritt in die Gesamtdeutsche Volkspartei (GVP), gegründet von Gustav Heinemann, mit dem er dann 1957 – bei Auflösung der GVP - in die SPD eintrat. 1958 wurde er erstmals in den NRW-Landtag gewählt. 1970 – 1978 bekleidete er das Amt des Wissenschaftsministers. In diese Zeit fällt auch die Gründung der Gesamthochschule Siegen, heute Universität. 1978 wurde Rau Nachfolger von Heinz Kühn als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Dieses Amt führte er bis zum 27. Mai 1998.


Gruppenfoto im Ratssaal (V.l.n.r.: Bürgermeister Bernhard Baumann, Regina Schulze, SPD-Fraktionsvorsitzender Heinz-Werner Feuring, Dr. Matthias Schreiber, GV-Vorsitzender Hans-Dieter Moritz)

Auch wenn Johannes Rau von 1999 bis 2004 das höchste Amt im Staat, dem des Bundespräsidenten bekleidete und diese Zeit geprägt war durch viele bemerkenswerte Reden – so seine berühmte erst Ansprache in deutscher Sprache vor der israelischen Knesset – bleibt doch vor allem die Zeit als Ministerpräsident von NRW in der Erinnerung der Mitmenschen, beurteilte Dr. Schreiber.

Stets war sich Rau der Bedeutung von Nordrhein-Westfalen als größte zusammenhängende europäische Industrieregion für Eurpoa und die Welt bewusst und der damit verbundene Verantwortung. Sein Terminkalender war „so streng wie die Knute des Pharao“, wusste Dr. Schreiber aus eigener Erfahrung zu berichten. Ganz wichtig war es Rau dicht bei den Menschen zu sein. So hat er einmal gesagt: „Ich war in jedem Rathaus drin.“ Dass dies für Neunkirchen zutrifft ist bekannt. Hans-Dieter Moritz hatte ihn als Landtagsabgeordneter bei Besuchen im Neunkirchener Rathaus aber auch bei der Namensgebung des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums begleiten dürfen. Überhaupt war Johannes Rau unserer Region stark verbunden, war er z.B. auch bei der Einweihung der CVJM-Bildungsstätte in Wilgersdorf zugegen.

Bleiben werden die in vielen Reden geäußerten Grundeinstellungen von Johannes Rau, die sein Leben geprägt und die ihm viel Anerkennung auch bei den politischen Gegnern eingetragen haben. Dazu gehört sein Motto „Versöhnen statt Spalten“ mit dem er unablässig für soziale Gerechtigkeit warb.

Während Dr. Matthias Schreiber aus den Reden von Johannes Rau zitierte, konnte man eine Stecknadel fallen hören, so beeindruckt hat man ein Publikum im Rathaus selten erlebt. Nach der Rede berichteten auch einige der Anwesenden von persönlichen Begegnungen mit Rau und deren Wertschätzung für ihn.

Bereits vor Beginn des Jahresempfanges hatte Bürgermeister Bernhard Baumann den Gastredner zu einem Empfang im kleinen Kreis eingeladen, bei dem er sich in das „Goldene Buch“ der Gemeinde Neukirchen eintrug. Passend zum Motto des SPD-Jahresempfanges war der Umstand, dass dieses Gästebuch mit der Unterschrift von Johannes Rau eröffnet worden ist.

Im Anschluss an die Reden konnten die Gespräche und der Austausch von Gedanken bei einem kleinen Imbiss fortgesetzt werden, ausgerichtet von der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF).

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